Ortsgruppe Rems-Murr / Ludwigsburg
I) Allgemeines Programm
Der Kommunistische Arbeiter:innenzirkel (KAZ) ist eine politische Organisation des Proletariats. Unser grundlegendes Ziel ist es, den größtmöglichen Beitrag zum Sturz der eigenen Bourgeoisie zu leisten; so dass der Kapitalismus durch den Sozialismus besiegt wird.
Das Endziel des Kommunistische Arbeiter:innenzirkel ist die Verwirklichung des Kommunismus; der klassenlosen Gesellschaft und damit zugleich der Abschluss der menschlichen Vorgeschichte sowie das Ende der Herrschaft des Menschen über den Menschen.
Die sozialistische Gesellschaft umfasst eine lange geschichtliche Periode. Diese ganze Geschichtsperiode hindurch existieren Klassen, Klassenwidersprüche und Klassenkämpfe; existiert der Kampf zwischen den beiden Wegen: dem des Sozialismus und dem des Kapitalismus. Bis zur Aufhebung sämtlicher Klassenwidersprüche auf dem gesamten Erdball existiert die Gefahr der Wiederherstellung des Kapitalismus. So dass wir heute kein Land erkennen können, in dem das Proletariat die herrschende Klasse ist und den Sozialismus aufbaut.
Die Herrschaft der Bourgeoisie stürzen und danach den Sozialismus aufbauen kann nur das Proletariat beziehungsweise ist nur unter Führung des Proletariats möglich. Die Aufgabe der in Deutschland wieder aufzubauenden Kommunistischen Partei ist es, das Proletariat dazu zu ermächtigen, die Führung in diesem Kampf zu übernehmen und als Teil des Proletariats auch selbst voranzugehen.
Das Proletariat wird nach der Revolution – als dann herrschende Klasse – die kapitalistische und die kleinbürgerliche Produktion durch die sozialistische Großproduktion sowie den Markt durch den sozialistischen Plan und das bürgerliche Eigentum durch das gesellschaftliche Eigentum ersetzen.
Der Revisionismus hat die Kommunistischen Partei in Westdeutschland und auch die SED in der DDR zerstört. Heute existiert keine Kommunistische Partei in Deutschland, die auf Grundlage des Marxismus-Leninismus in der Lage wäre, den Klassenkampf zu organisieren und zugleich bundesweit vom Proletariat als seine politische Führung anerkannt wird.
Der Sieg des Revisionismus in der DDR ihre spätere Selbstaufgabe sowie in der Folge ihre Einverleibung durch den westdeutschen Imperialismus bestätigen dies.
Die heute noch fehlende Kommunistische Partei in Deutschland (KPD) wird in den Klassenkämpfen der Gegenwart und Zukunft wieder aufgebaut. Dabei ist der Kommunistische Arbeiter:innenzirkel Rems-Murr / Ludwigsburg einer von mehreren Organisationen (Zirkeln), die sich dies zum Ziel gesetzt haben. Wir arbeiten an der Verständigung mit diesen anderen Zirkeln und streben ein solidarisches Verhältnis zueinander an. Dies schließt gegenseitige Kritik nach dem Prinzip „erst Klarheit, dann Einheit“ nicht aus.
Welcher Zirkel mit seinem politischen Ansatz Recht hat, wird letzten Endes die Praxis und das Proletariat in der BRD entscheiden. Eines ist jedoch sicher: Ohne KPD wird es keine erfolgreiche Revolution und keinen Aufbau des Sozialismus in Deutschland geben (können)! Denn in einem politischen Kampf von Klasse gegen Klasse ist die Organisation die wichtigste Waffe des Proletariats.
Der Kommunistische Arbeiter:innenzirkel setzt sich aus politisch Bewussten des Proletariats und Werktätigen, die sich mit dem Proletariat verbunden haben, zusammen. Wir sind eine Vorhutorganisation, dessen Ziel es ist, das Proletariat und die Massen in seinem regionalen Wirkungskreis zum Kampf gegen die Klassenfeinde zu führen.
Der Kommunistische Arbeiter:innenzirkel macht den Marxismus-Leninismus und die Maotsetungideen zu seiner theoretischen Grundlage. Er verbindet diese theoretischen Grundlage mit der konkreten Praxis des Klassenkampfs. Wir verbreiten den Marxismus-Leninismus und die Maotsetungsideen und verteidigen diese gegen Angriffe und revisionistische, links-sektiererische oder kleinbürgerliche Verfälschungen.
II) Kurze programmatische Thesen zu grundlegenden Fragen
(folgt demnächst)
Begriffserklärungen
Kapitalisten
Kapitalisten sind die Eigentümer der Produktionsmittel. Sie eignen sich den von den Arbeiter:innen produzierten Mehrwert unentgeltlich an; so dass aus ihrem investierten Geld durch die Warenproduktion noch mehr Geld wird.
Worauf beruht die Herrschaft der Kapitalistenklasse über die gesamte Masse des arbeitenden Volkes? Darauf dass alle Fabriken, Werke, Bergwerke, Maschinen und Arbeitsinstrumente in den Händen der Kapitalisten, deren Privateigentum sind. Darauf dass ihnen gewaltige Bodenflächen gehören und darauf, dass sie sich den bürgerlichen Staat untergeordnet haben, der ihre Herrschaft rechtfertigt und „notfalls“ gewaltsam verteidigt.
Sozialismus
Es gibt nur ein Mittel, um der Ausbeutung der Arbeit durch das Kapital ein Ende zu machen: das Privateigentum an den Arbeitsinstrumenten abzuschaffen, alle Fabriken, Werke, großen Güter usw. in die Hände der ganzen Gesellschaft zu legen und zu gemeinschaftlicher sozialistischer Produktion überzugehen, die von den Arbeiter:innen selbst geleitet wird. Die in gemeinschaftlicher Arbeit erzeugten Produkte werden dann den Werktätigen selbst zugute kommen. Und der von ihnen über die Mittel zur Deckung ihres Unterhalts hinaus erzeugte Überschuss wird dazu dienen, die Bedürfnisse der Arbeiter:innen selbst zu befriedigen, damit sie alle ihre Fähigkeiten voll entfalten und an allen Errungenschaften der Wissenschaft und der Kultur gleichberechtigt teilhaben können.
Dies ist das Ziel des Kampfs der Arbeiter:innenklasse gegen die Kapitalisten. Damit jedoch dieses Ziel erreicht werden kann, muss die politische Macht, das heißt die Macht, die den Staat lenkt, aus den Händen einer Regierung, die unter dem Einfluss der Kapitalisten oder deren Vertretern besteht, in die Hände der Arbeiter:innenklasse übergehen. Insofern ist der Sozialismus noch nicht das Ende der Klassenherrschaft, aber der Anfang von ihren Ende beziehungsweise die „Abschaffung der Klassen“. Die Demokratie für die riesige Mehrheit des Volkes ist die gewaltsame Niederhaltung der (früheren) Ausbeuter und Unterdrücker; das heißt ihr Ausschluss aus der Demokratie.
Kommunismus
Der Kommunismus ist die klassenlose Gesellschaft und damit das Ende der „menschlichen Vorgeschichte“. Der Sozialismus, der zur Aufhebung der Klassen führt, führt damit zugleich zur Aufhebung des Staates. Das Eingreifen einer Staatsgewalt in gesellschaftliche Verhältnisse wird auf einem Gebiete nach dem anderen überflüssig und schläft dann von selbst ein. An die Stelle der Regierung über Personen tritt die Verwaltung von Sachen und die Leitung von Produktionsprozessen.
Der Kommunismus, „die Gesellschaft, die die Produktion auf Grundlage freier und gleicher Assoziation der Produzenten neu organisiert, versetzt die ganze Staatsmaschinerie dahin, wohin sie dann gehören wird: ins Museum der Altertümer, neben das Spinnrad und die bronzene Axt.“ (Friedrich Engels)
Proletariat
Das Proletariat ist die Klasse der Lohnarbeiter:innen, die keine eigenen Produktionsmittel besitzen und deshalb darauf angewiesen sind, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, um leben zu können. (Friedrich Engels)
Im Gegensatz zu den Kapitalisten besitzen die Arbeiter:innen selber keinerlei Arbeitsinstrumente und Materialien. Sie müssen ihre Arbeitskraft an den Kapitalisten verkaufen, die ihnen so viel bezahlen, wie zu ihrem Unterhalt nötig ist, während sie den ganzen im Prozess der Arbeit produzierten Überschuss in die eigenen Tasche stecken; sie bezahlen somit nur einen Teil der von den Arbeiter:innen aufgewandten Arbeitszeit und eignen sich den übrigen Teil an. Der ganze wachsende Reichtum, der sich aus der vereinigten Arbeit einer großen Zahl von Arbeiter:innen oder aus Produktionsverbesserungen ergibt, kommt der Kapitalistenklasse zugute. Die Arbeiter:innen aber, die von Generation zu Generation schuften, bleiben die gleichen besitzlosen Proletarier:innen.
Werktätige
Werktätige sind alle Menschen, die ihren Lebensunterhalt durch ihre eigene Arbeit bestreiten; unabhängig davon ob sie ausschließlich Lohnarbeiter:innen sind oder nicht.
„Werktätige“ umfasst somit eine breitere Gruppe als nur das Proletariat. Nämlich auch kleine Selbstständige (zum Beispiel Handwerker), Bauern oder teilweise auch Intellektuelle.
Das Proletariat ist ein Teil der „Werktätigen“.
Kleinbürger
Kleinbürger sind Personen, die kleine Produktionsmittel besitzen. Zum Beispiel ein Geschäft, eine Werkstatt usw. Sie arbeiten oft selbst mit. Anders als Großkapitalisten. Sie leben nicht allein von der Ausbeutung fremder Arbeitskraft, aber auch. Kleinbürger haben „Eigentum“, aber meist nur in begrenzten Umfang und ohne große Macht.
Das Kleinbürgertum steht zwischen dem Proletariat, welches keine Produktionsmittel besitzt, und den Kapitalisten, die ausschließlich von der Ausbeutung fremder Arbeit leben.
„Zirkel“
Der Begriff „Zirkelwesen“ bezeichnet kleine, oft lose organisierte politische Gruppen, die miteinander wenig koordiniert agieren oder sogar lokal und getrennt voneinander arbeiten. Lenin sah im „Zirkelwesen“ ein zentrales Problem der frühen sozialistischen Bewegung in Russland.
Wir sehen, die Ähnlichkeiten der damaligen Zeit mit der Situation in der BRD der Gegenwart. Erfreulicherweise haben sich in den vergangenen Jahren eine Vielzahl kommunistischer, sozialistischen oder roter Gruppen meist junger Kommunist:innen gegründet. Jedoch gibt es kein gemeinsames Programm, keine gemeinsame Strategie oder zumindest gemeinsame langfristige Ziele.
Es fehlt zudem an gemeinsamen Diskussionen auf Augenhöhe, die die junge Bewegung weiterentwickeln (könnte) und einen Beitrag zur Herausbildung einer bundesweiten Organisation mit zentraler Leitung und klarer Linie auch im politisches Alltag leisten.
Das meist junge „Zirkelwesen“ ist aus Sicht des KAZ eine große Chance für den Wiederaufbau der KPD; wenn die „Zirkel“ möglichst in ihrer Gesamtheit begreifen, dass diffuses Rebellieren gegen die Verhältnisse sich bald erschöpfen kann. Dass etwas Neues folgen muss. Aus unserer Sicht eine zentral organisierte Partei, die im Proletariat verankert ist, mit kommunistischen Programm auf der Höhe der Zeit, hoher Disziplin und Ausdauer sowie einer zentralen, professionellen Führung bestehend aus Berufsrevolutionären.
Revisionismus
Der Begriff „Revisionismus“ bezeichnet die Abänderung („Revision“) der grundlegenden Positionen des Marxismus. Insbesondere in einer Weise, die den revolutionären Kern dieser Lehren verfälscht oder aufgibt. Zum Beispiel:
• Es braucht keine proletarische Revolution. Es kann auch einen friedlichen Weg über das bürgerliche Parlament zum Sozialismus geben. • Der Kapitalismus kann so reformiert werden, dass die prinzipielle Kritik der Kommunist:innen an dies Gesellschaftssystem nicht mehr zutrifft. • Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus führt nicht zwangsläufig zu Krieg zwischen den Großmächte; sondern es gibt auch einen friedlichen „Ultra-Imperialismus“. Zumindest die geschichtliche Tendenz dort. Und Krieg oder Frieden ist im Imperialismus vor allem eine Frage der richtigen oder falschen Politik. • Die Arbeiter:innenklasse gibt es gar nicht mehr. Heute sind „revolutionär“ alle, die sich dafür halten.
Der Revisionismus und der aus ihn resultierende Opportunismus in der Arbeiter:innenbewegung ist ein Ergebnis des bürgerlichen Einflusses sowie der Möglichkeit der Bestechung eines Teils der Arbeiter:innenklasse mittels der aus den abhängigen Ländern heraus gepressten Extraprofite.
Sektierer
„Sektierer“ sind das Gegenteil von effektiver, revolutionärer Politik. Lenin beschreibt Sektierer als Menschen, die abstrakte „ideologische Reinheit“ über konkrete politische Wirkung stellen; sich durch oft endlose Diskussionen und Besserwisserei von den für die Revolution erforderlichen Massen isolieren.
Ein Sektierer ist jemand, der aus abstrakter, dogmatischer Reinheit“ heraus isoliert handelt und dadurch den Wiederaufbau der KPD schadet. Nicht selten wird das Sektierertum durch übersteigerten Individualismus aus dem Kleinbürgertum ergänzt.
Das Sektierertum ist ebenso schädlich wie der Revisionismus. Nur in die andere Richtung.






